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Die Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus breitet sich weltweit unaufhaltsam aus. Allein Deutschland sind nach Einschätzung des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) aktuell etwa 8% der Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren an Diabetes erkrankt. Die Tendenz ist steigend. Der Anteil der erkrankten Bevölkerung ist hierzulande höher als in allen anderen europäischen Ländern. Es trifft längst nicht nur alte Menschen, die Krankheit tritt immer häufiger bei immer jüngeren Menschen auf. Vor allem der Diabetes mellitus Typ II hat zwischenzeitlich die Ausmaße einer Epidemie angenommen. Aber auch der insulinpflichtige Typ-1-Diabetes nimmt mit einer jährlichen Neuerkrankungsrate von 3 bis 5 Prozent deutlich zu. Derzeit gehen Experten von bis zu 600 000 Typ-1-Diabetikern aus.

Eine krankheitsgerechte Ernährung zur Unterstützung der medikamentösen Therapie ist eine Voraussetzung, um das Ausmaß der Spätfolgen der Zuckerkrankheit möglichst klein zu halten. Zur Optimierung der Insulin-Therapie ist die genaue Kenntnis des Nährstoffgehalts von Lebensmitteln notwendig. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich als wichtige Berechnungseinheit die Faktoren Broteinheiten (abgekürzt BE) bzw. Kohlenhydrateinheiten (abgekürzt KE oder KHE) etabliert. Sie dienen als Berechnungshilfe für die Menge von Kohlenhydraten in der Nahrung. BE und KE werden zur Berechnung der Insulindosis verwendet.

Eine Broteinheit wird im Allgemeinen als die Menge eines Nahrungsmittels definiert, die 12 Gramm an verdaulichen und damit blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten in unterschiedlicher Zucker- und Stärkeform enthält. Eine Kohlenhydrateinheit wird als die Menge eines Nahrungsmittels definiert, die 10 Gramm an verdaulichen Kohlenhydraten enthält.

Reichten früher vielleicht die Kohlenhydratschätzungen bei den Grundnahrungsmitteln als Grundlage zur Berechnung der Insulinmengen aus, benötigt der Patient für die industriell hergestellten Lebensmittel genauere Angaben. Hier können die Broteinheiten-App und der KE-Finder eine wichtige mobile Hilfe für die Einschätzung des Kohlenhydratgehalts der Nahrungsmittel sein und einen Anhaltspunkt für die Insulinzufuhr geben. Beide Programme sollen das Mitführen von Tabellen in Buchform ersetzen.